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Aktionstag: pro Pferdetrainer

Hilf jetzt auch Du mit, dass wir wieder unterrichten dürfen. 

  • Versende auch du einen  Antrag zur Freigabe von Reitunterricht und Reitkursen.
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  • Verbreite unsere Botschaft unter all deinen Reiterfreunden.

Wir arbeiten nicht nur als Pferdetrainer, sondern wir leben und lieben unseren Job. Genauso können unsere Pferde und Kinder nicht nur von Luft und Liebe leben. Wir möchten für uns, unsere Pferde und Ponys wie auch für unsere Reitschüler und Einsteller wieder unterrichten.

Wir möchten nicht nur auf unsere eigene Situation aufmerksam machen, sondern auch wir auf auch auf alle anderen Reitbetriebe, Pferdetrainer und Reitlehrer. Durch die derzeitigen, nicht wirklich nachvollziehbaren, Regelungen stehen viele Pferdetrainer und Reitlehrer, sowie Reitschulen kurz vor der Betriebsaufgabe und müssen über eine Insolvenzeröffnung nachdenken. Viele Mitarbeiter von Reitschulen, Unterrichts- und Schulungsbertrieben stehen bereits jetzt auf der Straße.

Durch die Erlaubnis, wieder unterrichten zu dürfen und Kurse zu geben, sichern wir uns unsere Existenz.

weitere Gründe für die Freigabe

Deutschland war und ist schon immer bekannt für seine Pferdezucht, den Sport mit Pferden und einer groß aufgestellten Pferdeindustrie. Es gibt in Deutschland ca. 12 Mio. pferdeaffine Menschen, ca. 2,5 Millionen Pferdesportler und an die 1,5 Millionen Pferde. Dies bietet weit mehr als 10.000 Firmen aus Handwerk und Dienstleistung eine Plattform für mehr als 7 Milliarden Umsatz im direkten Zusammenhang mit Pferden. In der Basis hierfür agieren Reitlehrer und Trainer, die Menschen an den Reitsport heranführen, am Nachwuchs arbeiten, Pferde zur Therapie einsetzen und einem solchen Wirtschaftsfaktor dadurch überhaupt erst die Grundlage geben.

Zwar dürfen (ähnlich der Bundesliga) Berufsreiter zu Turnieren fahren, der Freizeitreiter, der sicherlich über 90% der aktiven Pferdemenschen ausmacht steht derzeit ohne Hilfe und Unterstützung durch seinen Reitlehrer und Pferdetrainer allein auf dem Reitplatz. Zwar ist ja die tierschutzkonforme Bewegung der Pferde nach den derzeitigen Corona Regelungen sicherzustellen, aber ohne einen Reitlehrer oft eher gefährlich und nicht wirklich produktiv.
Hierzu ein Auszug aus einem Schreiben des Landes NRW als Beispiel: Bezüglich der Bewegung von Schulpferden ist es allgemeine tierschützerische
Auffassung, dass Schulpferde nur in Anwesenheit des/der Reitlehrers/in
durch Reitschüler/innen bewegt werden dürfen. Um eine tierschutzkonforme
Bewegung der Tiere sicherzustellen, die auch mit haftungsrechtlichen
Ansprüchen im Einklang ist, ist die Anwesenheit eines/r Reitlehrers/in
(fachliche Aufsicht) beim Bewegen von Schulpferden in der Reithalle
zwingend erforderlich, um Unfälle zu vermeiden Frage: Mehrere Reiter und die fachliche Aufsichtsperson – hier ergibt sich eine zwingende Frage: Wenn eine fachliche Aufsichtsperson zugelassen (gefordert) ist, muss diese während „dieser Trainingseinheit zum Bewegen der Pferde“ den Mund halten oder darf sie Anweisungen geben? Wo liegt aus Sicht des Corona Schutzes der Unterschied zwischen mehreren Reitern und einer Aufsichtsperson, die keine Unterrichtsgebühr verlangen darf und einer Aufsichtsperson, die Anweisungen gibt und eine Kursgebühr erhebt um ihre Existenz zu sichern? Pferde haben neben dem Reiten als Freizeitsport aber auch eine große soziale Aufgabe. Für viele Menschen bedeute das Pferd Entspannung, mentaler Ausgleich, hilft bei physischer wie auch psychischer Therapie. In Zeiten de sozialen Distanz ist das Pferd gerade für Kinder ein wichtiger und notwendiger Ausgleich um mental im Gleichgewicht zu bleiben. Auch dafür benötigt es aber Reitschulen, Reitlehrer und Pferdtrainer. 

Für viele Reitlehrer (mobil oder mit eigener Reitanlage) werfen sich im Vergleich zu andern Gewerben immer wieder eine Frage auf: „Warum die und wir nicht?!“ Die Pferdebranche sieht sich sicher nicht als Corona Leugner oder Querdenker und sicherlich wird JEDEM Gewerbebetrieb, ob Friseur oder Fahrlehrer, Baumarkt oder Gartencenter jeglicher Umsatz zur Existenzerhaltung gegönnt – nur „…warum die und wir nicht?!“ Fallbeispiel: Bei einem Kurs mit 8 Personen/Reitschülern befinden sich meist 2 – 4 Reiter in Bahn. Das bedeutet zusammen mit dem Reitlehrer sind 3 – 5 Personen entweder auf einem Reitplatz unter freiem Himmel mit 800m2 – 1.200m2 oder einer Reithalle mit den identischen Maßen. Auf Grund der Höhe ergibt sich in der Halle ein Raumvolumen von 6.000 – 10.000m3. KEIN anderes derzeit geöffnetes Gewerbe kommt an dieses Verhältnis „Raum pro Mensch“ heran! Die Luftwechselrate in einer Reithalle ist viel höher als in anderen Sportstätten wie Fitnesscentren oder Kletterhallen. In Österreich gab es eine Untersuchung, die ergab, dass in einer Reithalle das Ansteckungsrisiko bei 4 Personen bei 1:4.000 und beim Tragen einer Maske bei 1:12.000 liegt. Und dies nur dann, wenn eine Person hochansteckend ist.

Auch dies ist eine berechtigte Frage. Die wohl meisten Reitbetrieb bzw. Reitlehrer sind nicht im Sport tätig, sondern in der Ausbildung von Mensch und Pferd. Es dreht sich also nicht um Leistungserhöhung für Turnierzwecke, sondern um Gesunderhaltung durch entsprechendes Training der Pferde oder Handlings Training zur Sicherheit für Mensch und Tier. Mit dieser Betrachtungsweise sind Pferdetrainer, Reitbetriebe, Reittherapeutische Einrichtungen, Fahrschulen (Kutsche) aller Reitweisen und Unterrichtsstile als Ausbildungs- und Schulungseinrichtungen anzusehen und nicht als Sportstätten zu schließen sind.

Im Reitunterricht und dem Training von Pferden im Beisein der Besitzer ist aber nicht nur auf Grund der Raumgröße immer ein Abstand gewährleistet. Allein schon das Höhenverhältnis Reiter auf dem Pferd und Reitlehre am Boden geben dies vor. Hinzu kommt, dass sich das Pferd im Regelfall auch bewegt. Im Schritt könnte der Reitlehrer ev. noch mithalten, im Trab oder Galopp müsste er schon ein trainierter Leichtathlet sein und die geben nur in sehr seltenen Fällen Reitunterricht. Auch aus Sicherheitsgründen läuft der Reitlehrer sehr selten direkt und ohne Abstand am Pferd mit. Zu 99% stehen der Reitlehrer und Pferdetrainer in der Mitte oder am Rand der Bahn/Reithalle und unterrichtet mit größerem Abstand zum Schüler.

Wie wohl alles Gewerbetreibende hat auch die Branche der Reitbetriebe aus dem letzten Jahr gelernt und für die einzelnen Betriebe wurden individuelle Hygienekonzepte aufgestellt. Abstandregelungen, Desinfektionsbereiche, Maskenpflicht in geschlossenen Räumen und Stallgassen etc. etc. zählen hierzu. Mobile Trainer nehmen diese Konzepte natürlich auf und setzten diese vor Ort um. 

Neben den bereits erwähnten Auswirkungen im sozialen Umfeld, dem Training der Pferde, der Sicherheit durch trainierte Pferde stehen viele Reitbetreibe und Pferdetrainer wie ebenfalls angedeutet vor dem Aus. Die Umsatzausfälle von Kursen und dem planbaren Reitunterricht werden auch in keiner Weise durch irgendwelche Überbrückungshilfen abgefangen. Viele Reitbetreibe habe bereits Mitarbeiter entlassen müssen, es werden Schulpferde verkauft um Kosten zu sparen und liquide zu bleiben. Eine Betreibe halten sich mit Spenden von Reitschülern und Pferdfreunden über Wasser und wieder andere planen die Aufgabe des Betriebes. Bereits der erste Lockdown brachte vielen Reitsportbetrieben und Reitlehrern/Pferdetrainern an den Rande der Betriebsaufgabe.
Einige Betriebe haben dies bereits nicht überlebt und die meisten anderen kämpfen noch immer um die Verluste in irgendeiner Weise langfristig abzufangen, Was natürlich sehr schwierig ist, da das Jahr auch nach Corona nicht mehr Wochenenden und Tage bietet als zuvor, die man nun mit Kursen und Unterricht belegen könnte.
Ein tatsächliches Auffangen des Verlustes ist damit im Prinzip nicht gegeben, sondern es dreht sich bei vielen immer noch um einen Überlebenskampf, um irgendwann wieder in einen aktuellen Fluss und damit wieder regelmäßige Einkünfte, sprich Liquidität, zu kommen. Diese regelmäßigen Einkünfte sind aber gerade für Pferdebetriebe, die vor allem auf Reitunterricht und Kurse aufgebaut sind, überaus wichtig. Denn hier werden durch eine Betriebsuntersagung zwar die Einnahmen auf null heruntergefahren, die Kosten für den Betrieb bleiben aber zu mindestens 90% gleich. Pacht- bzw. und Anlagekosten (Grundsteuer, Finanzierung, etc.)
allgemeine Betriebskosten wie Strom, Wasser, Versicherungen
Futterkosten, Tierarzt, Impfungen, Hufpflege
Personalkosten (der Aufwand für Pflege-Personal ist der gleiche ob mit oder ohne Reitunterricht, da die Pferde weiterhin fressen und gemistet werden müssen) Eine untragbare Situation im Pferdeland Deutschland und das für eine Branche in der das Ansteckungsrisiko weitaus geringer ist als bei jedem anderen Gewerbe.

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